Teilprojekt A10
Thema: Die Steuerung des Mikroenvironment und der Immunantwort im mesenterialen Lymphknoten durch das afferente Lymphsystem aus der Darmwand
Fachgebiet und Arbeitsrichtung: Funktionelle Anatomie des Immunsystem
Leiter: a.) Dr.rer.nat. Ulrike Bode
b.) Prof. Dr. med. Reinhard Pabst
Dienstanschrift:

Funktionelle und Angewandte Anatomie
Zentrum Anatomie 4120
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg.Str.1
30625 Hannover

Telefon: +49 511 532 2989
Fax: +49 511 532 2948
E-mail: a) Bode.Ulrike@mh-hannover.de
b) Pabst.Reinhard@mh-hannover.de
Internet: http://www.mh-hannover.de/186.html
Zusammenfassung

Das Mikroenvironment eines Lymphknotens wird durch die gewebsspezifische Zusammensetzung von Stromazellen wie z.B. Fibroblasten, aber auch T- und B-Lymphozyten, dendritischen Zellen (DC) und anderen Zellarten und Matrixkomponenten bestimmt. In vorangegangenen Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass die mLN, die über die afferente Lymphe Antigene, aber auch lösliche Komponenten und Zellen aus dem Darm erhalten, ein Mikroenvironment aufweisen, welches sich vom Mikroenvironment eines pLN hinsichtlich der Zell- und Zytokinzusammensetzung wesentlich unterscheidet. Deshalb soll nun der Einfluss der Darmwand als Drainagegebiet, auf das Mikroenvironment und die daraus resultierende Funktion der mLN unter normalen und pathologischen Bedingungen getestet werden.

Hierzu sollen zunächst die mLN einer Ratte entfernt werden und Lymphknotenfragmente eines differenten Drainagegebietes, z.B. der pLN, in die Region transplantiert werden. Autolog transplantierte Lymphknotenfragmente regenerieren zu dem funktionell intakten lymphatischen Gewebe, wenn afferente Lymphgefäße in der transplantierten Region vorhanden sind. Nach einer Phase der Destruktion der Lymphknotenstruktur soll untersucht werden, wie der regenerierte Lymphknoten hinsichtlich der Zellzusammensetzung, Kompartimentstruktur, DC-Netzwerk, Zytokinmuster etc. durch den Einfluss des Drainagegebietes das Mikroenvironment eines mLN gesteuert wird oder der Einfluss von Bindegewebstrukturen des transplantierten LN das Mikroenvironment des pLN definieren kann.

Es ist bekannt, dass Effektor-T-Lymphozyten aus den mLN nach Migration im Körper wieder präferentiell in den mLN akkumulieren. Eigene Vorarbeiten mit Verwendung von Lymphozyten im kongenen Rattenmodell zeigen, dass das präferentielle Überleben von der Zusammensetzung des Mikroenvironments, z.B. von Zytokinen, abhängig ist. Deshalb soll das Überleben von mLN Effektor-T-Lymphozyten in einem regenerierten Lymphknoten getestet werden. Die Hypothese ist zu überprüfen, dass je nach Zusammensetzung des Mikroenvironments im transplantierten LN ein andere Überlebensrate der Effektor-T-Lymphozyten zu verzeichnen ist. Die Funktion des regenerierten LN soll auch unter pathologischen Bedingungen, wie der durch Indomethacin induzierten Ileitis getestet werden. Diese Untersuchungen werden aufklären, welche zentrale Rolle die afferente Lymphe bei Immunantworten im Darm spielt. Nach Etablierung des Modells bei der Ratte soll parallel zur Untersuchung der spezifischen Zellfunktionen das Modell auch auf die Maus übertragen werden, um in Knockout-Tieren die Bedeutung einzelner Funktionen zu definieren.