Teilprojekt B7
Thema: Die Bedeutung des Oberflächenproteins S für die Enteropathogenität des Virus der übertragbaren Gastroenteritis (TGEV)
Fachgebiet und Arbeitsrichtung: Virologie
Leiter: Prof. Dr. rer.nat. Georg Herrler
Dienstanschrift: Institut für Virologie
Tierärztliche Hochschule Hannover
Bünteweg 17
30559 Hannover
Telefon: +49 511 953 8857
Fax: +49 511-953 8898
E-mail: Georg.Herrler@ tiho-hannover.de
Internet: http://viro08.tiho-hannover.de
Zusammenfassung

Das Virus der übertragbaren Gastroenteritis der Schweine (TGEV) verursacht Darminfektionen, die bei Ferkeln in der Regel tödlich verlaufen. Ein wichtiger Pathogenitätsfaktor ist das virale Oberflächenprotein S mit seiner Sialinsäure-Bindungsaktivität. Bisherige Untersuchungen haben ergeben, dass das S-Protein auf Grund seiner Affinität zu Sialinsäure an ein Muzin-artiges Glykoprotein im intestinalen Bürstensaum-Epithel bindet. Dieses Wirtsprotein soll isoliert und seine Aminosäuresequenz aufgeklärt werden. Mit diesem Wissen werden Sonden für histologische Untersuchungen entwickelt, um die Verteilung des Glykoproteins im Darmgewebe zu charakterisieren. Neben dem Nachweis in verschiedenen Darmabschnitten werden auch altersabhängigie Unterschiede in der Expression des Glykoproteins analysiert. Diese Arbeiten werden Aufschluss geben über den Beitrag des Muzin-artigen Glykoproteins zum Enterotropismus von TGEV.

Ein wichtiges Ergebnis der derzeitigen Förderperiode war der Befund, dass das S-Protein von TGEV – im Unterschied zum homologen Protein des SARS-assoziierten Coronavirus – im endoplasmatischen Retikulum zurückgehalten wird und nicht zur Zelloberfläche transportiert wird. Das entsprechende Rückhaltesignal soll näher charakterisiert werden und ausgwählte Mutationen im Kontext des Virusgenoms erzeugt werden. Die entsprechenden TGEV-Mutanten werden auf ihr Replikationsverhalten in Zellkultur untersucht. Außerdem werden ihre pathogenetischen Eigenschaften bei der Infektion von Schweinen analysiert. Diese Untersuchungen werden dazu beitragen, den Enterotropismus und die Enteropathogenese von TGEV besser zu verstehen. Mit diesen Erkenntnissen können Modellvorstellungen entwickelt werden, die auch für andere enteropathogene Viren interessant sind und die Entwicklung antiviraler Strategien erleichtern.